Erzdiözese München und Freising
Fachbereich Weltanschauungsfragen
Informationen zu religiösen und weltanschaulichen Strömungen

Über den Fachbereich Weltanschauungsfragen

 

 Freude und Hoffnung,
Trauer und Angst der Menschen von heute,

besonders der Armen und Bedrängten aller Art,
sind auch Freude und Hoffnung,
Trauer und Angst der Jünger Christi.

Gaudium et spes (2. vatikanisches Konzil)

Seit fast 40 Jahren besteht der Fachbereich als Informations- und Beratungsstelle der Erzdiözese München und Freising. Aufgeschreckt durch die vielfältigen familiären Konflikte, die von den so genannten „Jugendreligionen“ ausgelöst wurden, wuchs die Zahl der Menschen, die eine spezialisierte Beratung nachfragten wie auch der Informationsbedarf für Seelsorger, Verantwortliche in Kinder- und Jugendarbeit, Schulen und Rat suchende Bürger.

Mittlerweile hat sich das Feld der so genannten „Sekten“, Weltanschauungen und Religionen deutlich gewandelt. Angesichts einer so wohl noch nie da gewesenen „Religionsproduktivität“, in deren Folge sich immer neue, häufig sehr kleine Gruppen bilden, die sich um charismatische Persönlichkeiten scharen und ihre je eigene Ideologie profilieren, angesichts der Tatsache, dass es heute nicht nur Angebote „von der Wiege bis zur Bahre“ gibt, sondern auch für alles und jeden, steigt der Orientierungsbedarf. Es verwundert daher nicht, dass Menschen unterschiedlichster sozialer und weltanschaulicher Herkunft mit Fragen und Bitten um Hilfestellung auf den Fachbereich zukommen.

 

Unsere Aufgaben

Der Fachbereich „Weltanschauungsfragen" gehört zum Ressort 1 "Grundsatzfragen und Strategie" im Ordinariat der Erzdiözese München und Freising.

Als Beratungsstelle im internationalen Verbund der katholischen und evangelischen Beauftragten sind wir bemüht, Interessierten kritische und sachliche Informationen zum Themenfeld von Religion und Weltanschauung zur Verfügung zu stellen. Angehörigen und Betroffenen stehen wir telefonisch und im persönlichen Gespräch beratend zur Seite. Ausstiegswillige erhalten konkrete Unterstützung.

Aus der geschichtlichen Entwicklung dieser Arbeit und des Fachbereichs heraus sowie in der öffentlichen Diskussion werden wir häufig als "die Sektenbeauftragten" wahrgenommen. In diesem Sinne erwartet man Listen mit Gruppen, die als Sekte klassifiziert sind und erhofft sich im Kampf gegen "die" Sekten ("sects and cults") Hilfe und Unterstützung (vgl. hierzu auch unsere Ausführungen zum Sektenbegriff). Abweichend von diesen Vorstellungen versteht sich der Fachbereich für Weltanschauungsfragen als Informations- und Beratungsstelle, wo mit Hilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse (vornehmliche Disziplinen sind neben der Theologie und der Religionswissenschaft die Psychologie, Soziologie und Philosophie) Stellungnahmen erarbeitet und öffentlich als auch Beratung und Seelsorge angeboten werden.

Auf dem Markt der gewerblichen Lebenshilfe (z.B. auch Coaching, Bildungsangebote) werden nach unserer Auffassung die Regeln des Verbraucherschutzes häufig vernachlässigt oder ganz ignoriert. Hier gilt es, durch Information und Beratung Betroffenen zu helfen, gegebenenfalls eine Weitervermittlung an Fachleute zu organisieren und die Einhaltung von Qualitätsstandards einzufordern. Ratsuchende, die mit konfliktträchtigen Gruppen in Kontakt gekommen sind, finden bei uns Hilfe und Beratung.

Unsere Bildungarbeit (Vorträge, Seminare, Fort- und Weiterbildungsangebote) soll zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den verschiedensten weltanschaulichen und religiösen Strömungen in Geschichte und Gesellschaft befähigen.

 

Der Fachbereich in der Erzdiözese

Der Fachbereich Weltanschauungsfragen ist eine Einrichtung des Erzbistums München und Freising.
Er besteht seit 1976 und ist Teil des Erzbischöflichen Ordinariates, in dem alle Dienste und Ämter der erzbischöflichen Verwaltung und der erzbischöflichen Gerichtsbarkeit zusammengeführt sind. Das Erzbischöfliche Ordinariat nimmt im Auftrag und im Namen des Erzbischofs von München und Freising die Aufgaben der Bistumsverwaltung wahr und unterstützt den Diözesanbischof bei der pastoralen Leitung des Erzbistums. Da das Erzbischöfliche Ordinariat also „auch der Ausübung des Apostolates dienen soll, übernimmt es ebenso Aufgaben, die sich aus der pastoralen Situation des Bistums ergeben" (Würzburger Synode, 1976). Im Ordinariat sind in den Ressorts und ihren zahlreichen nachgeordneten Einrichtungen alle Dienste und Ämter der erzbischöflichen Verwaltung (Generalvikariat), der erzbischöflichen Gerichtsbarkeit (Offizialat) und der erzbischöflichen Finanzkammer zusammengeführt.

Die Ressorts des Erzbischöflichen Ordinariats und ihre nachgeordneten Einrichtungen sind in verschiedene Bereiche gegliedert. Sie betreffen die allgemeine Verwaltung, die Organisation und Gewährleistung von Seelsorge im weitesten Sinn und von caritativen Aufgaben, die Finanzverwaltung, kirchliches Bauen und kirchliche Kunst, wie auch das erzbischöfliche Konsistorium und das Metropolitangericht. Es sind im wesentlichen Dienstleistungen für die Leitung des Erzbistums, für die Pfarreien und Dekanate, für die Kirchenstiftungen, im Bedarfsfall auch für einzelne Katholiken. Außerdem sind die Fachreferate wichtige Kontaktstellen und Ansprechpartner zum öffentlichen gesellschaftlichen Leben und zu den Medien.